Geschichte

Entstehung und Entwicklung des Heimatmuseums

1976 gründete die Gemeinde Neustetten als erste ländliche Gemeinde im Landkreis Tübingen ein Heimatmuseum. Nach dem Neubau des Rathauses stand das alte Verwaltungsgebäude leer und die Gemeinde stellte dem Ratsmitglied Willy Braun die alte Rathauszimmer für ein Museum zur Verfügung.

Vom „spinnenden Willy“ war die Rede als er damals die Idee hatte, ein Museum zu gründen. Der Gründer des Neustetter Heimatmuseums war auf seiner Walz als Zimmermann weit gereist und hatte keine Kirche mit sehenswerten Kunstwerken zwischen Italien und der Nordsee ausgelassen. Später arbeitete er bei der Bahn in Rottenburg. Wenn er nach Feierabend beim Schrotthändler Assenheimer vorbei kam, entdeckte Willy so manchen Gegenstand, den er für ein paar Pfennige mit nach Hause nahm. Dinge, die nicht mehr voll funktionsfähig waren, reparierte er, putzte sie und bewahrte sie in seiner Werkstatt auf.

Willy Braun konnte mit der Gründung des Heimatmuseums seiner Leidenschaft nachgehen und die bis dahin gesammelten Gegenstände der Bevölkerung – erstmals im April 1977 – zugänglich machen. Es war ihm ein Anliegen, die Funktionen längst ausgemusterter Werkzeuge und Arbeitsmittel für die Nachwelt festhalten.

Viele Bürger überließen seitdem der Sammlung weitere Requisiten aus der Dorfgeschichte von Neustetten. Nach dem Abbruch des alten Rathauses wurde das Museum im Dachgeschoss des 1990 fertig gestellten Bürgerhauses dauerhaft eingerichtet.

Willy Braun betreute das Museum bis zu seinem Tod im Mai 2001.

Margarete Neuendorf, die Tochter von Willy Braun und ihr Ehemann Wilfried übernahmen im Jahr 2001 die Leitung des Heimatmuseums und führen seither diese ehrenamtliche Aufgabe im Sinne des Gründers weiter. Unterstützt werden sie von Luise, der jüngeren Tochter von Willy Braun und deren Ehemann Gianni Perruzzetto.

Im Dachgeschoss des Bürgerhauses konnten aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse nicht alle Stücke ausgestellt werden. Nachdem im Januar 2012 im Mehrzweckgebäude zwei Räume frei wurden, konnten die an der 900 Jahrfeier im Septermber 2011 vorgestellte Wohnstube in einem der Räume wieder aufgebaut werden. Im Nebenraum wurde alles ausgestellt, was für den Hopfenanbau benötigt wurde. Allerdings war für die große Hopfendarre und viele weitere sehenswerte Gegenstände jedoch kein Platz vorhanden.

Im Sommer 2012 erwarb die Gemeinde Neustetten das Grundstück mit dem Gebäude der Neuapostolischen Kirche in der Nelkenstraße 3 in Remmingsheim. Nach der Renovierung erfolgte im ersten Halbjahr 2013 der Umzug in das neue Gebäude und in die neuen Anbauten. Am 28. Juli 2013 wurde das heutige Heimatmuseum erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.